Till Eulenspiegel meets Nasreddin Hoca
oder:
Die neue Geschichten von
Till Hoca und Nasreddin Eulenspiegel

Ein “Story-DJ” nimmt Geschichten auseinander und fügt sie neu zusammen. Manchmal mischt er ganze Sätze, manchmal tauscht er sogar einzelne Wörter aus. Hauptsache, die neue Geschichte klingt cool und macht Spass! Ähnlich wie ein DJ beim Musik-Mix, in diesem Fall eben mit Worten und Papier statt mit Musik und Schallplatten.
Till Eulenspiegel und Nasreddin Hoca. Das sind zwei weise Narren. Ein Widerspruch denkt ihr? Na, dann wartet mal ab…
Der eine lebt in Europa, der andere im Orient. Und heute begegnen sich beide zum ersten Mal.
Till Eulenspiegel (orig. Ulenspegel) war ein Schalk bzw. Narr. So wird er auch oft mit einer Narrenkappe dargestellt Allerdings war er nur nach aussen hin ein solcher. In Wirklichkeit war er seinen Mitmenschen an Geist, Verstand und Witz weit überlegen.
Mit seinen Streichen stellte er gerne Angeber bloß und deckte Missstände auf. Da er die Wahrheit beim Schopfe packte, in dem er bildliche Redewendung wörtlich nahm, konnte ihn keiner einer Schuld anklagen, ohne sich selber lächerlich zu machen.
Nasreddin Hodscha ist als weiser Mann (Derwisch) im gesamten Orient bekannt.
Manchmal spielt Nasreddin die Rolle eines erhabenen Weisen, bei dem die Menschen Rat suchen, manchmal gibt er sich sehr schlauen, manchmal als scheinbarer Idiot. Seine Geschichten sind denen des Till Eulenspiegel sehr ähnlich.
Er wird mit einem langem Mantel und einer Kappe dargestellt, so wie die Hodschas gekleidet waren. Ein Hodscha ist ein Lehrer bzw. Gelehrter.
Eine besondere Rolle in den Schwänken nimmt sein Esel ein.
Die immer wieder gerne dargestellte Geschichte handelt von Nasreddins merkwürdigem Ritt auf einem Esel: eines Tages ritt der Hodscha auf seinem Esel von der Moschee nach Hause. Allerdings rückwärts, mit dem Gesicht nach hinten. Die Menschen fragten ihn erstaunt nach dem Grund und er antwortete: “Respekt ist wichtig unter uns Menschen. Also, wenn ich vor euch reiten her reite, dann würde ich euch meinen Rücken zuwenden. Das ist unhöflich und respektlos euch gegenüber. Doch wenn ihr vor mir reitet, dann würdet ihr mir den Rücken zuwenden. Das ist unhöflich und respektlos mir gegenüber. So kann ich vor euch reiten und respektvoll ein Beispiel geben und Vorbild sein.”
Dieses Projekt wurde im Rahmen der “Kinderbaustelle 2010 – Brücken bauen” des KUF Nürnberg realisiert. Die Kinderbaustelle wurde unter anderem mit dem “Paula-Maurer-Preis 2010“, für innovative Nürnberger Projekte in Zusammenarbeit von Kultur und Schule, ausgezeichnet.
